Am 2. Dezember machte sich die gesamte Jahrgangsstufe Q1 des Königin-Mathilde-Gymnasiums auf den Weg ins Stadttheater Herford, um dort eine Inszenierung der Abitur-Pflichtlektüre „Der zerbrochne Krug“ von Heinrich von Kleist anzuschauen. Die Spannung war groß, wie wohl dieses teils recht schwer zugängliche Stück in heutiger Zeit auf die Bühne gebracht werde und ob man das Stück danach wohl noch besser verstehe. Zusammen mit Schülerinnen und Schüler anderer Schulen bevölkerten die gespannten Schülerinnen und Schüler die Theaterreihen und staunten direkt zu Anfang nicht schlecht ob der Gestaltung der Eingangs-Kulisse, die die Amtsstube von Richter Adam darstellen sollte. Ein kleines Durcheinander mit Regalen, Pokalen, Sportgeräten und kleinen Luftballons sorgte nämlich für ein wenig Irritation bei dem jungen Publikum, das sich eine Amtsstube aus dem späten 17. Jahrhundert so wohl nicht vorgestellt hatte. Auch die eher sportliche Kleidung und das locker komödienhafte Auftreten des Gerichtsschreibers Licht war so nicht erwartet worden, aber immerhin blieb man dem Werkstext treu.
Trotz der Fragezeichen, die sich während der 85-minütigen Inszenierung bei dem ein oder der anderen auftaten, kam die Aufführung insgesamt bei den Schülerinnen und Schülern gut an, denn am Ende gab es noch die Gelegenheit, sich mit dem Schauspielerensemble auszutauschen und genau die Fragen zu stellen, die sich während der Vorstellung ergeben hatten. Schön war zu sehen, dass die Schülerinnen und Schüler sich nicht ausschließlich mit den Requisiten und deren Sinn beschäftigt hatten, sondern dass sie durchaus kritische inhaltliche Nachfragen stellten, wie zum Beispiel weshalb der Variant nur in Form eines Monologs von Eve inszeniert wurde.
In der anschließenden Nachbesprechung im Deutsch-LK stellten die Schülerinnen und Schüler fest, dass sie recht froh gewesen seien, die Klausur vor der Aufführung geschrieben zu haben, sie aber durch den Besuch des Theaterstücks noch einmal einen ganz anderen Zugang zum Stück bekommen und gerade durch die entstandenen Irritationen die Möglichkeit hätten, über gewisse Punkte noch einmal intensiv nachzudenken.
An dieser Stelle ein herzlicher Dank an der Stadttheater Herford, das es immer wieder für schulen möglich macht, das Theater im Rahmen einer Schulveranstaltung im Vormittag besuchen zu können.